Kartoffel – Kleine Knolle mit wertvollem Inhalt

Veröffentlicht von Larissa Lichtenberg am

Da ich dich in meinem letzten Artikel über positive Eigenschaften von Äpfeln informiert habe, dachte ich mir, dass es ganz passend wäre, direkt das zugehörige Pendant in der Kategorie Gemüse vorzustellen – den Erdapfel oder auch ganz klassisch Kartoffel genannt.

Kartoffeln gehören zu den wichtigsten Nahrungspflanzen der Welt. Sie sind regional erhältlich und haben über einen relativ langen Zeitraum Saison. Sehr frühe Sorten (z.B. Annabelle oder Anuschka) kannst du bereits ab Juni auf dem Markt kaufen. Die Kartoffelernte zieht sich allerdings bis in den Oktober, in denen späte Sorten wie Fasan oder Cascada geerntet werden.

Kartoffeln werden meist direkt mit einem hohen Gehalt an Kohlenhydraten in Verbindung gebracht. Was viele vermutlich nicht wissen ist, dass es sich hierbei um resistente Stärke handelt. Diese kann von unseren Verdauungsenzymen nicht gespalten und somit auch nicht im Dünndarm aufgenommen werden. Bakterien im Dickdarm können diese Form der Stärke allerdings verwerten, wodurch die Entwicklung bzw. der Erhalt einer gesunden Darmflora gefördert wird.
Beim Kochen wird die resistente Stärke in eine Form umgewandelt, die von uns verdaut werden kann. Ein Teil dieser Umwandlung kann allerdings rückgängig gemacht werden, indem man die gekochten Kartoffeln über mehrere Stunden abkühlen lässt.

Kartoffeln haben aber weit mehr zu bieten. Sie sind eine wertvolle Nährstoffquelle, da sie einen geringen Fettgehalt haben, reich an Kalium, Vitamin C und B6, Ballaststoffen und gut verwertbarem Protein sind. Zudem haben sie durch die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe (Flavonoide & Phenolsäuren) eine antioxidative Wirkung.  

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass der Kartoffelkonsum zu einer Verminderung von Entzündungsmarkern und einer Verbesserung des Lipidprofils führt. Zudem werden die enthaltenen Phenole mit einem verminderten Risiko für die Entwicklung chronischer Krankheiten in Verbindung gebracht. Hierzu gehören beispielsweise Krebs und Herzerkrankungen aber auch Diabetes.

Kartoffeln enthalten allerdings nicht ausschließlich gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe. Es ist allgemein bekannt, dass Kartoffeln im rohen Zustand unverträglich sind. Während der Keimung produziert die Kartoffelpflanze einen toxisch wirkenden Abwehrstoff gegen Fressfeinde, Insekten und Parasiten. Für diese toxische Wirkung sind Glykoalkaloide verantwortlich. Besonders hohe Konzentrationen sind in der Schale und den Kartoffelaugen zu finden. Durch Schälen und das Entfernen der Keime vor dem Kochen, kannst du den Gehalt allerdings nahezu vollständig entfernen. Wie auch bereits beim Apfel, werden auch hier die enthaltenen Vitamine beim Kochen deutlich reduziert. Proteine, Ballast- und Mineralstoffe wie Kalium bleiben während dem Kochen jedoch überwiegend erhalten.


Quellen:
-Rui Hai Liu (2013): Health-Promoting Components of Fruits and Vegetables in the Diet

-Hugo Campos & Oscar Ortiz (2020): The Potato Crop – Its Agricultural, Nutritional and Social Contribution to Humankind

-Carla R. McGill et al. (2013): The role of potatoes and potato components in cardiometabolic health: A review

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