Allergene wie Gluten in der Kennzeichnungspflicht differenzieren

Veröffentlicht von Michael Loitz am

Seit dem Inkrafttreten der Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) im Jahr 2014 muss auch in der Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung die Kennzeichnung erfolgen. Hierzu zählen verpflichtende Angaben über Allergene, welche den Speisen für den Tischgast zugeordnet werden müssen.

Welche die einzelnen Allergene sind und warum genau diese gekennzeichnet werden müssen, findet ihr auf vielen Seiten im Internet. Ich empfehle euch BMEL oder BZFE als zuverlässige Quellen.

In meinen Audits als externer DGE-Auditor begegne ich immer wieder fehlerhafte Kennzeichnungen. Die Differenzierung von „glutenhaltiges Getreide“ und „Schalenfrüchte“ (Nüsse) wird in vielen Betrieben immer noch nicht richtig dargestellt. Daher möchte ich die korrekte Nennung mit meinen Worten beschreiben:

Glutenhaltiges Getreide
Die Getreideart muss namentlich genannt werden: Weizen (wie Dinkel, Grünkern und Khorasan-Weizen), Roggen, Gerste, Hafer oder Hybridstämme davon, sowie daraus hergestellte Erzeugnisse.
Neben der Getreideart muss auch die Weizenart beschrieben werden (z. B. „Gluten/Dinkel“ oder Gluten/Weizen/Dinkel“).
„Kamut“ als Weizenart ist ein geschützter Begriff und darf nicht verwendet werden. Die korrekte Bezeichnung ist „Khorasan“ bzw. Khorasan-Weizen“.

Schalenfrüchte
Ebenso müssen hier die einzelnen Nussarten namentlich genannt werden: Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse, Kaschunüsse, Pecannüsse, Paranüsse, Pistazien, Macadamia- oder Queenslandnüsse sowie daraus gewonnene Erzeugnisse.
Erdnüsse sind botanisch gesehen keine Schalenfrüchte, bzw. keine Nüsse. Sie bilden ein eigenes Allergen zur Kennzeichnungspflicht!


Quelle: BMEL vom 03. Mai 2019