BIOFACH 2026 in Nürnberg – drei Tage Bio, Bühne & Begegnungen

Veröffentlicht von Michael am

BIOFACH AHV

BIOFACH 2026 in Nürnberg.

Drei Tage Messe. Spontan entschieden – keine vier Wochen vorher. Ein Impuls von Netzwerk-Kollegin Anna Hope, ein kurzer Austausch – und ich war angemeldet.

Ohne konkreten Auftrag. Als Fachbesucher. Mit klarem Ziel: Kooperationen, Wiedersehen, neue Kontakte, Inspiration für das Netzwerk essen&ernähren, Know-how-Update für meine Beratungsprojekte in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen – und natürlich ein Blick auf Bio-Lieferanten für aktuelle Kundenprojekte.

Nicht alle Stände – sondern Fokus auf Bühne & Begegnung

Zwei- bis dreimal wurde ich gefragt:

„Bist du schon überall rumgelaufen? Alle Stände gesehen?“

Ehrlich? Nein.

Nicht aus Desinteresse. Sondern aus Priorisierung. Ich bin kein einziges Mal systematisch durch alle Hallen geschlendert. Es war eher: hier stehen geblieben, dort ins Gespräch gekommen, spontan vernetzt.

Mein Fokus lag – wie schon bei der letzten BIOFACH – klar auf dem Live-Programm in Halle 6 auf der Sonderfläche „Bio außer Haus“. Panels, Workshops, Showcooking, Talks, Best Practice, Marktdaten, politische Einordnung.

Und ja: Die BIOFACH-App ist wirklich eine der besten Event-Apps, die ich kenne. Struktur, Timetable, Matchmaking – Bio kann ziemlich modern sein.

Halle 6 auf der BIOFACH – Bio außer Haus als Treffpunkt der AHV

Für mich war klar: Halle 6 ist der Place-to-be für die Außer-Haus-Verpflegung (AHV).

Die Sonderfläche „Bio außer Haus“, kuratiert von a’verdis, war nicht nur Bühne, sondern Treffpunkt der Branche.

Hier wurde diskutiert:

  • „Hülsenfrüchte: Die Zukunft der pflanzlichen Proteine“ – ein Thema, an dem wir in der Gemeinschaftsverpflegung nicht mehr vorbeikommen.
  • „Mehr Bio & weniger Kosten!“ – eine Umsetzbarkeitsstudie zur Erhöhung des Bioanteils in der Betriebsgastronomie. Klingt trocken. War es nicht. Extrem stark erhoben, mit klaren Zahlen und praxisnahen Ableitungen  .
  • „Update Bio-Außer-Haus-Markt“ – Marktpotenzial, Strukturen, Rolle von Politik, Beratung und Lieferanten  .
  • „Bio-Qualität in Kita und Schule: Wunsch und Wirklichkeit“ – sehr relevant für viele meiner Projekte im Norden  .
  • „Die neue Bio-AHVV in der praktischen Umsetzung“ – Pflichttermin für alle, die Bio professionell kommunizieren wollen  .

Ein persönliches Highlight war für mich:

„ALGEN auf dem Teller“ – Pasta mit Algen-Spaghetti. Riesiges Potenzial, gerade im Kontext nachhaltiger Proteinquellen und innovativer Speisepläne.

BIOFACH 2026 in Nürnberg
Mit Anna on Tour – Veranstaltungen mit uns im Netzwerk

Netzwerken und Impulse – mein persönlicher Fokus

Für mich standen auf der BIOFACH Netzwerk und Bühne im Mittelpunkt.

Natürlich gibt es auf der BIOFACH tausende Top-Produkte, Verkostungen und Innovationen.

In diesem Jahr habe ich meinen Fokus bewusst auf Austausch, Live-Programm und strategische Impulse gelegt.

Spontane Begegnungen mit der Bremer Forum-Posse (Torben & Steffen), Gespräche mit Sandra Wacker vom Heldenatelier, Manuel Pentz, Christian von der Hochschule Neubrandenburg, Jakob vom Forschungsnetzwerk, André von Ratatouille Catering, Ingmar von Bioland (danke fürs Ticket!), Katharina von 1001 Gewürze, Jan Rockmann von Rebional, Maike & Mareike vom Netzwerk Ökolandbau SH, Dennis aus Hamburg – und viele mehr.

Nicht immer lange Gespräche. Oft nur ein kurzer Schnack. Aber persönlich. Direkt. Wertvoll.

Und trotzdem: Wieder habe ich nicht alle getroffen, von denen ich parallel auf LinkedIn oder Instagram gelesen habe. Das ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis einer Messe: Alles geht nicht. Und am dritten Tag war ich mittags schlicht durch.

Spontanität inklusive

Mittwoch Streik im Nürnberger Nahverkehr.

Und gleichzeitig: super organisiert von der Messe – Shuttlebusse zum Hauptbahnhof. Das gehört auch zur Wahrheit: Eine Veranstaltung lebt nicht nur vom Programm, sondern von der Organisation.

Was ich mitnehme – Impulse für essen&ernähren

Drei zentrale Erkenntnisse nehme ich mit:

1. AHV ist Hebelmarkt.

Ob BÖL-Projekte, Marktdaten, Bio-AHVV oder Praxisbeispiele – die Außer-Haus-Verpflegung wird politisch und strategisch als Hebel für mehr Bio klar gesehen  .

2. Bio & Wirtschaftlichkeit sind kein Widerspruch.

Die präsentierten Studien und Praxisberichte zeigen: Mit Struktur, Analyse und Teamarbeit lässt sich der Bio-Anteil erhöhen – ohne automatisch die Kosten zu sprengen  .

3. Kooperation statt Konkurrenz.

Ob Beratung, Politik, Lieferanten oder Küchen – am Ende wollen wir alle das Gleiche:

Mehr Qualität auf dem Teller. Mehr Transparenz. Mehr Wirkung.

Für meine Beratungsprojekte im Norden – in Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen – heißt das konkret:

  • Moderne Lebensmittel (z. B. Algen, Hülsenfrüchte) stärker in Kochworkshops integrieren.
  • Bio-Anteile sauber erfassen und transparent auswerten – digital und nachvollziehbar.
  • Lieferstrukturen noch enger mit regionalen Partnern verzahnen.
  • Netzwerke wie essen&ernähren weiter als Plattform für Austausch und Kooperation positionieren.

Ausblick: MV im Fokus

Besonders gefreut habe ich mich über die Gespräche mit Anna, Christian und Jakob. Für Mecklenburg-Vorpommern entsteht gerade einiges. Am 23.03.2026 bin ich beim Dialogforum in Schwerin dabei – auch das ist eine direkte Folge der Messebegegnungen.

Fazit BIOFACH: Bio braucht Bühne – und Begegnung

Die BIOFACH 2026 war für mich weniger Produktschau, mehr Branchentreff.

Weniger Schlendern, mehr Dialog.

Weniger Probieren, mehr Positionieren.

Gerade in angespannten, aber spannenden Zeiten für die Gemeinschaftsverpflegung braucht es Austausch, Mut und gemeinsame Strategien.

Wenn du Lust hast, Impulse aus der Messe konkret in deiner Küche oder deinem Betrieb umzusetzen – ob Bio-Strategie, Speiseplanoptimierung, Bio-AHVV oder Netzwerkaufbau – dann lass uns sprechen.

👉 Vernetze dich mit uns im Netzwerk essen&ernähren

Quellen:
Titelbild: Copyright NürnbergMesse/Thomas Geiger
Weitere Infos zur Messe: https://www.biofach.de/de-de


Michael Loitz

Michael

Michael, der Gründer von essen&ernähren, bringt seine langjährige Erfahrung als Küchenleiter, Verpflegungsmanager und Auditor in die Qualitätssicherung von Küchen und Kantinen ein. Mit seinem umfangreichen Fachwissen und seiner tiefgreifenden Branchenerfahrung setzt er sich für hohe Standards und innovative Lösungen in der Gemeinschaftsverpflegung ein.