RAL Symposium Ernährung 2026: Wie wir Zukunft in der Gemeinschaftsverpflegung gestalten

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Zukunft auf dem Teller:

Was das RAL Symposium Ernährung 2026 für die Gemeinschaftsverpflegung bedeutet

Von finnischer Schulverpflegung über Künstliche Intelligenz gegen Food Waste bis hin zu „True Crime“ im Qualitätsmanagement:

Das RAL Symposium Ernährung 2026, organisiert von der Gütegemeinschaft Ernährungs-Kompetenz e.V. unter der Leitung von Susanne Lange, hat eindrucksvoll gezeigt, wie zukunftsfähige Gemeinschaftsverpflegung konkret aussehen kann.

Rund 60 Entscheider*innen aus Küche, Management, Beratung und Industrie diskutierten unter dem Leitmotiv „Zukunft schmecken“, wie Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Genuss zusammengebracht werden können – ohne Kompromisse bei Qualität und Verantwortung.

Was heißt das jetzt für Küchenleitungen, Träger und Verantwortliche in der Gemeinschaftsverpflegung?

Inspiration aus Finnland: Wenn Schulverpflegung politisch gewollt ist

Symposium Ernährung

Ein besonderes Highlight des RAL Symposium Ernährung 2026 war der Blick nach Finnland.

Seit 1948 erhalten dort alle Kinder eine kostenfreie Schulmahlzeit – mit klaren Qualitätsstandards. In Helsinki gilt sogar: Organisiert die Stadt ein Essen, wird kein Fleisch serviert.

Im hochkarätig besetzten Finnland-Talk – unter anderem mit dem finnischen Botschafter Kai Sauer – wurde deutlich:

Wertschätzung beginnt bei der Struktur des Angebots.

Auch Sarah Schocke, Ernährungsfachkraft im Netzwerk essen&ernähren, griff in ihrem Beitrag zur Schulverpflegung genau diesen Gedanken auf: Gerade in Kita und Schule zeigt sich, wie entscheidend Produktqualität, klare Standards und eine kluge Auswahl von Lebensmitteln sind. Manche Küchen sind auf Convenience angewiesen – entscheidend ist jedoch, gute von weniger geeigneten Produkten unterscheiden zu können.

Für deutsche Einrichtungen stellt sich damit eine zentrale Frage:

Wie gelingt es, pflanzenbasierte Gerichte nicht als Verzicht, sondern als erste Wahl zu etablieren?

Nicht über Zwang.
Sondern über Qualität, Handwerk und Akzeptanz.

Wirtschaftlichkeit neu denken: Küche als strategischer Erfolgsfaktor

Ein zentrales Signal des Symposiums:

Die Küche ist keine Kostenstelle. Sie ist ein strategischer Hebel.

Das Schwarzwald-Baar Klinikum zeigte eindrucksvoll, wie mit einem Frischegrad von 90 % und handwerklicher Produktion neue Märkte erschlossen werden können. Mehr Eigenproduktion bedeutet hier nicht höhere Kosten – sondern Profil, Qualität und Differenzierung.

Für die Gemeinschaftsverpflegung heißt das:

  • Weniger Convenience – dort, wo es sinnvoll ist
  • Mehr handwerkliche Kompetenz
  • Klare Qualitätsverträge
  • Messbare Nachhaltigkeitsziele

Gleichzeitig stellte Susanne Lange, Geschäftsführerin der Gütegemeinschaft Ernährungs-Kompetenz e.V., erste Einblicke in das neue RAL Gütezeichen „Nachhaltige Gastronomie“ vor. Dieses befindet sich aktuell im offiziellen Anerkennungsverfahren und soll ab Frühjahr 2026 als neuer Branchenstandard verfügbar sein.

Für viele Betriebe könnte das ein strategisches Differenzierungsmerkmal werden.

RAL Symposium Ernährung 2026
Bilder: Susanne Lange/GEK e.V.

Digitalisierung & KI: Schluss mit dem „operativen Blindflug“

Ein Drittel aller Lebensmittel landet weltweit im Müll.

Das RAL Symposium Ernährung 2026 zeigte konkrete Lösungen:

KI-gestützte Systeme analysieren Lebensmittelabfälle in Echtzeit und liefern datenbasierte Entscheidungsgrundlagen.

Was bedeutet das für deine Küche?

  • Exakte Bedarfsprognosen
  • Weniger Überproduktion
  • Transparente Auswertung von Food Waste
  • Wirtschaftlichkeit durch Datennutzung

Digitalisierung wird damit nicht zum Selbstzweck, sondern zum Werkzeug für nachhaltige Gemeinschaftsverpflegung.

Lebensmittelsicherheit neu erzählen: Qualitätsmanagement als Kultur

Ein echter Perspektivwechsel kam aus dem Bereich Lebensmittelsicherheit.

Mit dem Format „True Crime in der Großküche“ wurde ein Botulismus-Fall als Storytelling-Format aufbereitet – nicht zur Unterhaltung, sondern zur nachhaltigen Sensibilisierung.

Die Kernbotschaft:

Sicherheitskultur entsteht im Kopf – nicht im Ordner.

Für Küchenleitungen heißt das:

QM-Systeme wirken nur dann, wenn sie verstanden, erlebt und gelebt werden.

Was bleibt vom RAL Symposium Ernährung 2026?

Zukunftsfähige Gemeinschaftsverpflegung entsteht dort, wo:

  • Handwerk wieder attraktiv wird
  • Plant-based strategisch platziert wird
  • Digitalisierung sinnvoll unterstützt
  • Food Waste aktiv reduziert wird
  • Qualität nicht gegen Wirtschaftlichkeit ausgespielt wird

Und vor allem dort, wo Küchenleitungen bereit sind, Kultur zu gestalten – nicht nur Prozesse zu verwalten.

Was wir aus dem RAL Symposium Ernährung 2026 mitnehmen

Drei zentrale Entwicklungen:

  1. Qualität wird strategisch gedacht – nicht operativ verwaltet.
  2. Nachhaltigkeit braucht Struktur, nicht nur gute Absichten.
  3. Kulturveränderung beginnt in den Küchen – und bei den Menschen.

Das Symposium hat gezeigt: Die Gemeinschaftsverpflegung ist bereit, Verantwortung zu übernehmen. Jetzt geht es darum, Mut in Umsetzung zu übersetzen.

Fazit

Die Zukunft der Gemeinschaftsverpflegung entscheidet sich nicht auf Podien, sondern in Küchen, Teamsitzungen und Ausschreibungen.

Wenn Handwerk gestärkt, Digitalisierung klug eingesetzt und Qualität transparent gemacht wird, können Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit zusammen funktionieren.

Das RAL Symposium Ernährung 2026 war ein starkes Signal:

Die Branche bewegt sich – und viele der diskutierten Ansätze spiegeln genau die Themen wider, die wir in unserer Arbeit mit Küchenleitungen und Trägern täglich erleben.

Hier erfährst du mehr über das Team rund um Susanne Lange und die Arbeit der Gütegemeinschaft Ernährungs-Kompetenz e.V.

Quellen
Titelbild: Susanne Lange/GEK e.V.
RAL Gütegemeinschaft Ernährungs-Kompetenz e.V./gek-ev.de


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