Erstes Offline-Netzwerktreffen mit train-the-trainer Coaching – Live in Hamburg

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Am 12. Januar 2026 kam das Netzwerk essen&ernähren erstmals zu einem Offline Treffen im Food Lab in der HafenCity, Hamburg zusammen: “Train-the-Trainer für Zukunftsgestalter*innen”.

Nach zahlreichen digitalen Formaten, Online-Austauschrunden und regelmäßigen Community-Treffen, allen voran dem monatlichen Connect jeden ersten Montag im Monat um 18 Uhr, standen sich die Teilnehmenden dieses Mal „in Farbe“ gegenüber: persönlich, nahbar, im direkten Austausch.

Ankommen trotz Schneechaos

Das reale Zusammenkommen, das gegenseitige Kennenlernen und Vernetzen bildeten den emotionalen Kern dieses besonderen Tages. Doch die Woche vor dem Treffen war geprägt von Schnee, Glätte und unsicheren Reisebedingungen. Lange war unklar, ob wirklich alle Teilnehmenden anreisen könnten. Umso schöner war es zu erleben, dass fast alle dabei sein konnten, ein deutliches Zeichen der Community-Stärke.

Netzwerk-Treffen in einem Tag voller Impulse, Austausch und Praxis

Die Vorstellungsrunde machte die Vielfalt der essen&ernähren-Community sichtbar: Menschen aus unterschiedlichen Institutionen, Lebenswelten und Bereichen des Ernährungs- und Food-Systems aus ganz Deutschland, vereint durch das gemeinsame Interesse an Austausch, Vernetzung und Lernen..

Gute Verpflegung entsteht dort, wo fachliche Kompetenz auf professionelle Prozessbegleitung trifft.

Michael eröffnete den Tag mit einem Impulsvortrag zu Gemeinschaftsverpflegung, realen Küchenbedingungen und den aktuellen Veränderungen im System. Er machte deutlich, warum Transformation nicht allein durch Konzepte gelingt, sondern Begleitung, Orientierung und Klarheit in den Prozessen braucht. Vor allem die Rolle der Akteur:innen in den Küchen rückte dabei in den Fokus: Sie sind nicht nur Umsetzer, sondern zentrale Gestalter dieses Wandels.

Veränderungen erfolgreich begleiten

Genau hier setzte Coach Johnny Kohlhaas an. Er führte die Gruppe durch den Tag und zeigte, wie Veränderungsprozesse wirksam begleitet werden können. Mit einer Mischung aus Theorie und praxisnahen Coaching-Methoden machte er erlebbar, dass nicht nur das Was, sondern vor allem das Wie über Erfolg entscheidet.

Coaching, Beratung oder Training?

Dabei ging es nicht um graue Theorie, sondern um eine zentrale Frage aus dem Küchenalltag:
Was braucht Veränderung wirklich, damit sie auch ankommt?

Coach Johnny machte deutlich, dass Begleitung nicht gleich Begleitung ist und warum es einen Unterschied macht, wie man Prozesse unterstützt. Anhand konkreter Beispiele zeigte er die verschiedenen Rollen professioneller Prozessarbeit:

Coaching bedeutet, Menschen dabei zu unterstützen, eigene Lösungen zu entwickeln.
Beratung bringt fachliches Expertenwissen und konkrete Vorschläge ein.
Moderation sorgt dafür, dass Prozesse strukturiert ablaufen und alle Beteiligten gehört werden.
Training schließlich vermittelt Wissen und Fähigkeiten, die direkt angewendet werden können.

Basis von allem: Die eigene Haltung im Netzwerktreffen

Entscheidend ist dabei weniger die Methode als die Haltung. Im Mittelpunkt stand das Vertrauen in die Ressourcen der Beteiligten, eine offene, fragende Grundhaltung und die klare Abgrenzung: Begleiten statt vorgeben. Gerade in komplexen Veränderungsprozessen – etwa in Küchen, Teams oder Organisationen – zeigt sich, dass nachhaltige Lösungen dort entstehen, wo Menschen mitgenommen werden.

Coaching-Modelle

Ergänzt wurden diese Impulse durch praxisnahe Modelle wie das Rogers’sche Diffusionsgesetz und das „House of Change“. Sie helfen zu verstehen, warum Veränderungen selten gleichzeitig bei allen greifen und wie Transformation in Gruppen und Organisationen Schritt für Schritt gelingen kann.

Netzwerk Treffen von essen&ernähren
Verschiedene Coaching-Übungen erleben um Veränderungsprozesse professionell begleiten zu können. (Bild: Netzwerktreffen essen&ernähren)

Wenn Veränderung plötzlich greifbar wird

Statt lange über Veränderung zu reden, wurde sie an diesem Tag begehbar. Mit einfachen Mitteln – Klebeband, Markierungen, Bodenfelder – entstanden Formate, die sofort klarmachten, worum es geht: Standorte klären, Bewegung ermöglichen, nächste Schritte sichtbar machen.

Die Teilnehmenden waren nicht Zuhörer:innen, sondern Akteur:innen. Sie bewegten sich, positionierten sich, tauschten sich aus. Und merkten schnell: Wenn man Dinge räumlich darstellt, werden komplexe Fragen plötzlich klarer – und handhabbar.

Orientierung finden mit Skalierung

Auf einer Skala von 1 bis 10 wurde sichtbar, wo jede*r gerade steht. Nicht abstrakt, sondern ganz konkret: Hier stehe ich. Dort will ich hin.
Die entscheidende Frage lautete nicht „Warum ist das so?“, sondern: Was brauche ich für den nächsten kleinen Schritt? Ein Format, das Orientierung gibt, besonders dann, wenn Veränderung groß wirkt und der Weg unübersichtlich ist.

Komplexität ordnen mit der 9-Felder-Methode

Neun Felder, ein klarer Rahmen – und plötzlich ließ sich sortieren, was vorher durcheinander war. Die Bewegung durch das Raster half, Zusammenhänge zu erkennen, Optionen abzuwägen und neue Wege zu denken. Gerade für Teams, die zwischen Anforderungen, Zeitdruck und Erwartungen stehen, zeigt dieses Format: Komplexität lässt sich strukturieren, ohne sie kleinzureden.

Neue Perspektiven im Netzwerk-Treffen einnehmen – im wahrsten Sinne

Beim Perspektivwechsel wurde klar, wie sehr der eigene Standpunkt den Blick verengt. Durch das bewusste Einnehmen anderer Rollen – Kollegin, Leitung, Kundin oder Klient*in – änderte sich nicht nur die Position im Raum, sondern auch die Bewertung der Situation.
Viele merkten: Was sich festgefahren anfühlt, sieht aus einem anderen Blickwinkel plötzlich lösbar aus.

Warum das Lust auf mehr macht:

Diese Methoden brauchen keine großen Tools oder langen Vorlauf. Sie funktionieren mit einfachen Mitteln, sind sofort einsetzbar – und lassen sich direkt auf Teamprozesse, Veränderungsvorhaben oder Umstellungen in Küchen übertragen.

Nicht reden über Veränderung.
Sondern sie gemeinsam in Bewegung bringen.

Gemeinschaft erleben

Gemeinsames Mittagessen beim Netzwerktreffen im Food Lab, inspirierende Gespräche, Lachen, Netzwerken, persönlicher Austausch und der Blick aufs gefrorene Wasser der winterlichen HafenCity schufen eine besondere Atmosphäre, die weit über ein klassisches Netzwerktreffen hinausging.

Auftakt für Neues

Dieses erste Offline-Treffen zeigte, welche Dynamik entsteht, wenn Menschen nicht nur online verbunden sind, sondern sich real begegnen.

Geplant ist mindestens ein essen&ernähren-Netzwerktreffen pro Jahr, doch schon jetzt zeigt sich: Die Nachfrage, die Energie und die Resonanz aus der Community könnten auch mehr möglich machen.

Fazit: Die Community wächst

Wir freuen uns auf viele weitere Netzwerktreffen, spannende Themen und neue Gesichter. Die Community lebt und sie wächst, vor allem aber verbindet uns unser gemeinsames Herz für die Gemeinschaftsgastronomie!

Du möchtest beim nächsten Mal dabei sein?

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Quellen:
Titelbild: essen&ernähren
Autorin: Kerstin


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