Vegane Gerichte – Marketing-Tipps für die Gemeinschaftsgastronomie

veröffentlicht von Kea Blum am

Nudge, Vegane Gerichte in der Gemeinschaftsverpflegung

Wer sich mit Veganer Gerichten ernährt, der verzichtet mit komplett auf tierische Produkte. Immer mehr Menschen entscheiden sich hierzulande bewusst für diese Ernährungsform. Innerhalb von gerade einmal einem Jahr hat sich laut des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft die Anzahl an Veganern verdoppelt. Ernährten sich 2020 ein Prozent vegan, waren es 2021 zwei.  Das klingt erst einmal wenig, doch das Wachstumspotenzial ist enorm. Eine gute Marketing-Chance für die Gemeinschaftsverpflegung.

Marketing-Tipps

Nicht nur für den Handel, sondern auch in der Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung gewinnt eine vegane Ernährung zunehmend an Bedeutung. Damit vegane Gerichte zum Kundenmagnet werden, ist das richtige Marketing wichtig. Hierbei hilft es, die Gründe für die vegane Ernährung zu kennen und diese in der Außenwirkung gezielt aufzugreifen.

Die häufigsten Gründe für eine vegane Ernährung

Die Gründe, warum sich Menschen vegan ernähren, sind sehr vielfältig. Sie reichen von Tierwohl, Gesundheit, Umweltschutz und Nachhaltigkeit bis zum Aspekt Geschmack. Besonders für die jüngere Generation (18- bis 29-Jährige) spielen Nachhaltigkeit und Umwelt eine wichtige Rolle. Mit steigendem Alter rückt dann der Gesundheitsaspekt in den Fokus. Das geht aus einer aktuellen repräsentativen Veggie-Studie der PHW-Gruppe hervor.

Vegan in der Gemeinschaftsverpflegung

Im Rahmen des GV-Barometers 2018 wurden Betriebe in der Gemeinschaftsverpflegung und Gastronomie um eine Einschätzung zur erwarteten Entwicklung von vegetarischem/veganem Essen gebeten. 65 Prozent der GV-Betriebe gaben an, dass sie für die nächsten drei Jahre eine Zunahme von vegetarischem/veganem Essen erwarten (Stand 2018). 

Vegane Gerichte – auch für Veggies und Flexitarier

Vor einigen Jahren sah das Angebot an veganen Gerichten auf der Speisekarte sehr überschaubar aus. Veganer blieben oft nur Beilagen oder Salat. Das sieht mittlerweile ganz anders aus. Die Auswahl an veganen Gerichten wird immer größer. Das ist für viele (Betriebs)-Gastronomen sicher auch eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit. Finden Veganer keine ansprechenden pflanzlichen Gerichte auf der Karte, gehen sie eben zum Konkurrenten.

Doch nicht nur Veganer sprechen Gastronomen zunehmend mit veganen Gerichten an. Sich nachhaltig und klimafreundlich zu ernähren, ist einer der absoluten Foodtrends 2022. Auch Vegetarier und Flexitarier sind als Zielgruppe interessant. Laut Bundesministerium für Ernährung ernährten sich 2021 zehn Prozent vegetarisch. 2020 waren es noch fünf Prozent. Laut einer aktuellen Forsa-Studie gibt es in Deutschland zudem rund 42 Millionen Flexitarier. Sie verzichten an mindestens drei Tagen pro Woche auf Fleisch.

So fühlen sich die Kunden angesprochen

Was spricht Sie eher an? Die Bezeichnung „Nudeln mit Tomatensoße“ oder „Frische Pasta mit fruchtigem Tomatensugo“? Schon über den Namen der Gerichte machen Sie vegane Speisen für die Gäste in der Gemeinschaftsverpflegung und Gastronomie attraktiver. Das ist aber nicht die einzige Marketingmöglichkeit. Sie haben ja bereits die häufigsten Gründe kennengelernt, warum sich Menschen vegan ernähren. Auch diese können Sie bewusst für das Marketing einsetzen. Hier ein paar Tipps:

Marketing-Tipps zu Nachhaltigkeit und Umwelt:

Nachhaltigkeitsbewussten Gästen ist es sehr wichtig zu wissen, woher die Lebensmittel für die veganen Gerichte kommen. Indem Sie offen und transparent kommunizieren, woher ihre Lebensmittel stammen, schaffen Sie Vertrauen. Besonders punkten können Sie bei nachhaltigkeitsbewussten Gästen durch den Einsatz von regionalem, saisonalem Gemüse. Vielleicht arbeiten Sie aber auch mit einem Landwirt aus der Region zusammenarbeiten oder legen besonderen Wert auf ökologisch erzeugte Lebensmittel. Das alles sind Informationen, die Sie bewusst im Marketing hervorheben können.

Gesundheit in der Gastronomie:

Menschen, die sich vegan ernähren oder offen dafür sind, führen oft insgesamt einen gesunden Lebensstil. Greifen Sie das in der Speisengestaltung mit auf. Kreieren Sie vegane Gerichte, die aus frischen Zutaten bestehen und bewerben Sie diese auch so. Ausgewogen, healthy, leicht, green, natürlich – das alles sind Bezeichnungen, die besonders gesundheitsbewusste Menschen ansprechen. Kosten Sie die Vielfalt an frischen, nährstoffreichen pflanzlichen Lebensmitteln aus – von Obst und Gemüse über Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte bis hin zu Nüsse und Saaten. Auf Fertigprodukte mit langen Zutatenlisten sollten Sie hingegen verzichten.

Genussvoll veganen Gerichten:

Vegane Gerichte können für ganz neue Geschmackserlebnisse sorgen. Mit kreativen, außergewöhnlichen Kreationen sprechen Sie besonders Genusstypen an. Sie können beispielsweise beliebte Klassiker vegan abwandeln. Oder aus verschiedenen Hülsenfrüchten und alten Gemüsesorten, die bei vielen längst in Vergessenheit geraten sind, neue Gerichte kreieren. Mit exotischen Gewürzen geben Sie zudem das gewisse Etwas. Lassen Sie die Kulinarik auch in den Namen der Gerichte widerspiegeln. So wird der Besuch bei Ihnen zum Genusserlebnis und Sie heben sich von dem Einheitsbrei der Konkurrenz ab.

Bild: Artur Verkhovetskiy


Kea Blum

Die selbstständige Ökotrophologin und Ernährungsjournalistin Kea Blum alias „Nutri Agent“ bereitet fundierte Informationen rund um "Food" verständlich und zielgruppengerecht auf – online und offline. Zu den Themenschwerpunkten zählen insbesondere die vegane und nachhaltige Ernährung.