Abwechslungsreich essen und die Lebensmittelvielfalt genießen

Veröffentlicht von Michael Loitz am

abwechslungsreich essen

Kein Lebensmittel allein enthält alle Nährstoffe. Je abwechslungsreicher Sie essen, desto geringer ist das Risiko einer einseitigen Ernährung. Wie sich das umsetzen lässt, hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse in 10 Regeln formuliert. Ich möchte die einzelnen Regeln vorstellen und Tipps für die Umsetzung in der Gemeinschafts-Verpflegung und -gastronomie geben.

Lebensmittelvielfalt genießen

Eine der „10 Regeln der DGE“ für eine gesunde Ernährung lautet, die Lebensmittel-Vielfalt zu nutzen und abwechslungsreich zu essen – bei einer Wahl mit überwiegend pflanzlichen Lebensmitteln.

Treffen Sie eine bunte Auswahl aus allen Lebensmittel-Gruppen. So gelingt es Ihnen leicht, vollwertig zu essen und zu trinken.

Pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Getreide und Kartoffeln liefern viele Nährstoffe, Ballaststoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe und gleichzeitig wenige Kalorien.

Pflanzenöle und Nüsse sind zwar kalorienreich, aber auch wertvolle Nährstofflieferanten.

Um die ausreichende Versorgung mit Nährstoffen zu erleichtern, ist es sinnvoll, die pflanzlichen Lebensmittel durch tierische Lebensmittel wie Milch, Milchprodukte, Fisch, Fleisch und Eier zu ergänzen.

Nachhaltigkeit

Essen und Trinken nach den 10 Regeln der DGE ist gesundheitsfördernd und nachhaltig.

Die überwiegend pflanzliche Ernährungsweise nach den Empfehlungen der DGE belastet die Umwelt und das Klima weniger als die durchschnittlich übliche Ernährungsweise in Deutschland. Bei der Produktion pflanzlicher Lebensmittel ist der Verbrauch von Ressourcen und der Ausstoß schädlicher Treibhausgase niedriger als bei der Produktion tierischer Lebensmittel.

Wer möchte, kann zudem Lebensmittel in Bio-Qualität kaufen. Der Bio-Landbau berücksichtigt neben den Aspekten des Umweltschutzes auch den Tierschutz. Nach EG-Öko-Verordnung werden Bio-Lebensmittel z. B. ohne chemisch-synthetische Dünger und ohne Pflanzenschutzmittel angebaut. Für die Tiere müssen Standards zur Fütterung und Haltung eingehalten werden. Das EU-Bio-Logo und das staatliche Bio-Siegel helfen bei der Auswahl.

Umsetzung in der Gemeinschaftsverpflegung

Wer als Einrichtung in der Gemeinschaftsverpflegung nach DGE zertifiziert ist oder die Zertifizierung anstrebt, muss seinen Speisenplan den Tischgästen abwechslungsreich gestalten.

In der Umsetzung ist u. a. darauf zu achten, dass die Sättigungsbeilagen abwechslungsreich im Speisen-Angebot eingesetzt sind. Produkte aus Kartoffeln, Reis oder Nudeln dürfen z. B. nur 2 x in Folge im Speisenplan eingeplant werden. Bei unserer Lebensmittelvielfalt an buntem Getreide, stärkehaltigen Hülsenfrüchten oder Pseudogetreide wie Quinoa, Buchweizen oder Amaranth ist ein abwechslungsreiches Angebot leicht umgesetzt.

In der Gemeinschaftsverpflegung ist eine weitere Herausforderung, einen Speiseplan-Zyklus zu kreieren, in dem sich die Menüs nicht wiederholen. Die Gerichte müssen auch hier abwechslungsreich aus verschiedenen Komponenten und Zutaten zusammengesetzt sein. Eine Herzensangelegenheit für kreative Köche!

Kommunizieren Sie Ihr konzeptionelles Handeln an Ihre Tischgäste. Ernährungsbildung und Aufklärungschafft Vertrauen!

Weitere Tipps zur Umsetzung sowie Rezepte werde ich in weiteren separaten Beiträgen veröffentlichen.

Die Basis und Kriterien der DGE-Zertifizierung finden sich übrigens im DGE-Qualitätsstandard, der erst kürzlich für jede Lebenswelt ein „frisches Update“ erhalten hat.

Quellenangabe:
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V., Bonn (Text in unveränderter Form)
Umsetzung und Tipps in der Gemeinschaftsverpflegung: Michael Loitz
Bild: Alexander Raths/Shutterstock.com

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